Dass die uvex group Spitzenathlet:innen ausrüstet und Industriezweige weltweit schützt, ist bekannt. Aber wusstest du, dass wir zwischenzeitlich elastische Hosenträger produziert haben? Oder dass eines unserer wichtigsten Werke in einer alten Sargfabrik startete?
Es sind genau diese überraschenden Momente, die zeigen: Unsere Mission protecting people wird bei uvex nicht einfach nur auf Werbematerialien gedruckt, sondern seit jeher mit viel Herzblut, Humor und unbändiger Produktfantasie gelebt. Wir haben für dich in den Archiven gewühlt. Schnall dich an für einen schnellen Ritt durch 100 Jahre uvex Unternehmensgeschichte.
Der Weg zur Weltmarke:
Pioniergeist und ein Geistesblitz
Der offizielle Startschuss fiel im Jahr 1926: In einem kleinen Werkschuppen im Fürther Vorort Poppenreuth gründete Philipp M. Winter die „Optische-Industrie-Anstalt Philipp M. Winter“. Die Anfänge waren bescheiden, denn Schutzbrillen aller Art wurden hier noch in aufwändiger Handarbeit hergestellt. Doch das Know-how wuchs rasant. Schon in den 1930er-Jahren bewies das Unternehmen echte Pionierarbeit: Philipp M. Winter übertrug seine Expertise aus dem Arbeitsschutz auf den Sport und stattete bei den Olympischen Winterspielen 1936 Top-Athlet:innen wie Christl Cranz mit Skibrillen aus. Das war die Geburtsstunde unserer langjährigen Olympia-Historie.
Nach harten Nachkriegsjahren folgte echtes Improvisationstalent: Weil Rohmaterialien knapp waren, die Nachfrage nach Konsumgütern aber riesig, erfand sich uvex kurzzeitig neu. Neben optischen Brillen produzierte die Belegschaft plötzlich Kochlöffel und Kleiderbügel aus Holz sowie praktische Hosenträger, die clever aus elastischen Brillenkopfbändern genäht wurden.
Im Jahr 1956 folgte dann der nächste Geniestreich. Rainer Winter (ehem. Unternehmenschef in 2. Generation) erkannte nach einem USA-Aufenthalt: Ein gutes Konsumprodukt braucht einen starken Namen. Aus dem englischen Begriff für den UV-Schutz (UltraViolet EXcluded) erfand er das weltbekannte Akronym: uvex.
Eine wachsende Familie: Von Lüneburg bis Schweden
In den folgenden Jahrzehnten wuchs uvex weit über die Grenzen Frankens hinaus. Dabei setzte das Familienunternehmen auf starke Partnerschaften und Spezialist:innen, die bis heute einzigartige und manchmal ziemlich verblüffende Expertise einbringen:
uvex safety gloves (1986)
Wusstest du, dass unsere Handschuh-Experten ihre Produktion damals in einer alten Sargfabrik in Lüneburg starteten? Heute ist daraus eine der größten und nachhaltigsten Schutzhandschuhfertigungen Europas geworden.
laservision (1987)
Eigentlich unser Spezialist für High-Tech-Laserschutzbrillen im medizinischen Bereich. Doch im Jahr 2020 erweiterte das Team die Mission spontan auf „protecting people… and pets“: Nach den verheerenden Buschfeuern in Australien statteten sie Tierärzte mit speziell entwickelten Laserschutzbrillen für Tiere aus. Diese sogenannten „Doggles“ schützten die Augen verletzter Koalas und Kängurus während ihrer Laser-Heiltherapie.
uvex safety textiles (1998)
Unsere Textilspezialist:innen aus Sachsen. Mit der vollkommen kompostierbaren Workwear-Kollektion „uvex suXXeed greencycle planet“ gewannen wir den Deutschen Nachhaltigkeitspreis 2026.
Heckel (2001)
Der Sicherheitsschuh-Experte aus Frankreich, gegründet von einem ehemaligen Fußballprofi. Joseph Heckel erfand schon 1948 einen Fußballschuh mit abschraubbaren Stollen und flexibler Spitze – und war damit dem Giganten adidas um ganze zehn Jahre voraus.
SwedSafe (2004)
Gehörschutz auf Spitzenniveau aus Schweden, bei dessen Produktion dank smarter Kreisläufe kein einziger Tropfen Abwasser anfällt. Das überschüssige Wasser verdampft während der Herstellung einfach komplett.
Das US-Comeback mit HexArmor
Die uvex Unternehmensgeschichte zeigt vor allem eines: Aufgeben ist keine Option. Im Jahr 1993 wurden die Markenrechte für den US-Arbeitsschutzmarkt verkauft. Damit blieb uvex der Zugang zum weltweit größten Markt für Arbeitsschutz für 20 Jahre verwehrt.
Die Lösung kam durch eine neue Partnerschaft mit dem US-Schnittschutzexperten HexArmor (bekannt für seine Handschuhe mit stoßabsorbierendem Exo-Skelett) 2016. Was als Kooperation begann, endete als Happy End: Seit 2025 gehört HexArmor zu 100 % zur uvex group und ist die zweitstärkste Marke der Gruppe.
Die digitale Ära und der Blick nach vorn
Heute richtet uvex den Blick konsequent in die Zukunft. Zum Beispiel baut uvex seine digitale Kompetenz weiter aus, etwa durch das weltweite Bespielen digitaler Marktplätze, aber auch mit dem hochmodernen, DGNB-Gold-zertifizierten Zentrallager in Rednitzhembach. Dort setzte uvex im Juli 2024 ein starkes Zeichen für nachhaltiges und effizientes Wirtschaften.
Um dieses globale Wachstum sogar noch zu beschleunigen, holte uvex im Juli 2025 den Wachstumsinvestor Warburg Pincus als Mehrheitsgesellschafter an Bord. Das Besondere: Die Gesellschafterfamilien Winter und Grau bleiben über eine Minderheitsbeteiligung fest und voller Herzblut verankert.
Werte, die bleiben: Ein Familienunternehmen im Herzen
Auch im Wandel bleibt uvex im Kern das, was es immer war: Eine Familie, getragen von rund 3.000 Mitarbeitenden, die mit Leidenschaft bei der Sache sind. Michael Winter (3. Generation, ehem. geschäftsführender Gesellschafter), der das Unternehmen über Jahrzehnte prägte, fasst die Verantwortung so zusammen:
Ein besonderes Gänsehautgefühl bekam ich immer dann, wenn unsere Athlet:innen auf dem Siegerpodest standen. Auf der anderen Seite erreichten uns zahlreiche Dankesbriefe von Menschen, die schwere Unfälle erlitten hatten und dank unserer Produkte glimpflich davonkamen. Das macht die große Verantwortung immer wieder bewusst.
Dieses Bewusstsein lebt auch in der Rainer Winter Stiftung weiter, die seit 1980 kranke und benachteiligte Kinder unterstützt. Nach dem Tod von Rainer Winter übernahm Gabriele Grau im Jahr 2025 den Vorsitz der Stiftung. Mit frischen Ideen, Innovationskraft und dem festen Versprechen protecting people startet uvex nun voller Tatendrang in die nächsten 100 Jahre.
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