23. Juli 2026

Kochlöffel, Koalas und Olympia-Gold: 100 Jahre uvex

Dass die uvex group Spitzenathlet:innen ausrüstet und Industriezweige weltweit schützt, ist bekannt. Aber wusstest du, dass wir zwischenzeitlich elastische Hosenträger produziert haben? Oder dass eines unserer wichtigsten Werke in einer alten Sargfabrik startete? 

Es sind genau diese überraschenden Momente, die zeigen: Unsere Mission protecting people wird bei uvex nicht einfach nur auf Werbematerialien gedruckt, sondern seit jeher mit viel Herzblut, Humor und unbändiger Produktfantasie gelebt. Wir haben für dich in den Archiven gewühlt. Schnall dich an für einen schnellen Ritt durch 100 Jahre uvex Unternehmensgeschichte.

Der Weg zur Weltmarke:
Pioniergeist und ein Geistesblitz

 

Der offizielle Startschuss fiel im Jahr 1926: In einem kleinen Werkschuppen im Fürther Vorort Poppenreuth gründete Philipp M. Winter die „Optische-Industrie-Anstalt Philipp M. Winter“. Die Anfänge waren bescheiden, denn Schutzbrillen aller Art wurden hier noch in aufwändiger Handarbeit hergestellt. Doch das Know-how wuchs rasant. Schon in den 1930er-Jahren bewies das Unternehmen echte Pionierarbeit: Philipp M. Winter übertrug seine Expertise aus dem Arbeitsschutz auf den Sport und stattete bei den Olympischen Winterspielen 1936 Top-Athlet:innen wie Christl Cranz mit Skibrillen aus. Das war die Geburtsstunde unserer langjährigen Olympia-Historie.

Nach harten Nachkriegsjahren folgte echtes Improvisationstalent: Weil Rohmaterialien knapp waren, die Nachfrage nach Konsumgütern aber riesig, erfand sich uvex kurzzeitig neu. Neben optischen Brillen produzierte die Belegschaft plötzlich Kochlöffel und Kleiderbügel aus Holz sowie praktische Hosenträger, die clever aus elastischen Brillenkopfbändern genäht wurden.

Im Jahr 1956 folgte dann der nächste Geniestreich. Rainer Winter (ehem. Unternehmenschef in 2. Generation) erkannte nach einem USA-Aufenthalt: Ein gutes Konsumprodukt braucht einen starken Namen. Aus dem englischen Begriff für den UV-Schutz (UltraViolet EXcluded) erfand er das weltbekannte Akronym: uvex.

Schwarz-Weiß-Aufnahme eines eingezäunten Arbeitsschuppens mit Garten und Nebengebäuden in Poppenreuth um 1930
Schwarz-Weiß-Aufnahme einer Werkhalle mit mehreren Beschäftigten an Maschinen und Arbeitsplätzen während der Fertigung, aufgenommen 1938/39.
Historische Schwarz-Weiß-Aufnahme einer Produktionshalle in Poppenreuth mit mehreren Beschäftigten an mechanischen Pressen und Montagearbeitsplätzen, aufgenommen zwischen 1933 und 1936.

Eine wachsende Familie: Von Lüneburg bis Schweden

 

In den folgenden Jahrzehnten wuchs uvex weit über die Grenzen Frankens hinaus. Dabei setzte das Familienunternehmen auf starke Partnerschaften und Spezialist:innen, die bis heute einzigartige und manchmal ziemlich verblüffende Expertise einbringen:

uvex safety gloves (1986)

Wusstest du, dass unsere Handschuh-Experten ihre Produktion damals in einer alten Sargfabrik in Lüneburg starteten? Heute ist daraus eine der größten und nachhaltigsten Schutzhandschuhfertigungen Europas geworden.

Nahaufnahme von türkisfarbenen Schutzhandschuhen von uvex auf einer automatisierten Produktionslinie während des Herstellungsprozesses.
laservision (1987)

Eigentlich unser Spezialist für High-Tech-Laserschutzbrillen im medizinischen Bereich. Doch im Jahr 2020 erweiterte das Team die Mission spontan auf „protecting people… and pets“: Nach den verheerenden Buschfeuern in Australien statteten sie Tierärzte mit speziell entwickelten Laserschutzbrillen für Tiere aus. Diese sogenannten „Doggles“ schützten die Augen verletzter Koalas und Kängurus während ihrer Laser-Heiltherapie.

Zwei Personen mit Schutzbrillen sitzen neben einem kleinen Beuteltier mit Schutzbrille und präsentieren ein tragbares Lasermessgerät in einem Innenraum.
uvex safety textiles (1998)

Unsere Textilspezialist:innen aus Sachsen. Mit der vollkommen kompostierbaren Workwear-Kollektion „uvex suXXeed greencycle planet“ gewannen wir den Deutschen Nachhaltigkeitspreis 2026.

Gruppenfoto von Personen in verschiedenen Berufsbekleidungen, darunter medizinische, handwerkliche und technische Arbeitskleidung, aufgenommen für eine Kollektion im Jahr 1995.
Heckel (2001)

Der Sicherheitsschuh-Experte aus Frankreich, gegründet von einem ehemaligen Fußballprofi. Joseph Heckel erfand schon 1948 einen Fußballschuh mit abschraubbaren Stollen und flexibler Spitze – und war damit dem Giganten adidas um ganze zehn Jahre voraus.

Nahaufnahme robuster Arbeitsstiefel beim Gehen über felsiges Gelände und Geröll im Außenbereich.
SwedSafe (2004)

Gehörschutz auf Spitzenniveau aus Schweden, bei dessen Produktion dank smarter Kreisläufe kein einziger Tropfen Abwasser anfällt. Das überschüssige Wasser verdampft während der Herstellung einfach komplett.

Grüne Gehörschutzstöpsel auf einem Förderband während der automatisierten Produktion von persönlicher Schutzausrüstung.
Herausforderungen als Chance

Das US-Comeback mit HexArmor

Die uvex Unternehmensgeschichte zeigt vor allem eines: Aufgeben ist keine Option. Im Jahr 1993 wurden die Markenrechte für den US-Arbeitsschutzmarkt verkauft. Damit blieb uvex der Zugang zum weltweit größten Markt für Arbeitsschutz für 20 Jahre verwehrt.

Die Lösung kam durch eine neue Partnerschaft mit dem US-Schnittschutzexperten HexArmor (bekannt für seine Handschuhe mit stoßabsorbierendem Exo-Skelett) 2016. Was als Kooperation begann, endete als Happy End: Seit 2025 gehört HexArmor zu 100 % zur uvex group und ist die zweitstärkste Marke der Gruppe.

Mehrere schnittfeste und stoßgeschützte Arbeitshandschuhe in unterschiedlichen Ausführungen vor schwarzem Hintergrund.
Luftaufnahme des modernen uvex Logistikzentrums in Rednitzhembach mit Verladerampen, Lagerflächen und angrenzenden Feldern.

Die digitale Ära und der Blick nach vorn

Heute richtet uvex den Blick konsequent in die Zukunft. Zum Beispiel baut uvex seine digitale Kompetenz weiter aus, etwa durch das weltweite Bespielen digitaler Marktplätze, aber auch mit dem hochmodernen, DGNB-Gold-zertifizierten Zentrallager in Rednitzhembach. Dort setzte uvex im Juli 2024 ein starkes Zeichen für nachhaltiges und effizientes Wirtschaften.

Um dieses globale Wachstum sogar noch zu beschleunigen, holte uvex im Juli 2025 den Wachstumsinvestor Warburg Pincus als Mehrheitsgesellschafter an Bord. Das Besondere: Die Gesellschafterfamilien Winter und Grau bleiben über eine Minderheitsbeteiligung fest und voller Herzblut verankert.

Werte, die bleiben: Ein Familienunternehmen im Herzen

 

Auch im Wandel bleibt uvex im Kern das, was es immer war: Eine Familie, getragen von rund 3.000 Mitarbeitenden, die mit Leidenschaft bei der Sache sind. Michael Winter (3. Generation, ehem. geschäftsführender Gesellschafter), der das Unternehmen über Jahrzehnte prägte, fasst die Verantwortung so zusammen:

Ein besonderes Gänsehautgefühl bekam ich immer dann, wenn unsere Athlet:innen auf dem Siegerpodest standen. Auf der anderen Seite erreichten uns zahlreiche Dankesbriefe von Menschen, die schwere Unfälle erlitten hatten und dank unserer Produkte glimpflich davonkamen. Das macht die große Verantwortung immer wieder bewusst.
– Michael Winter
Person in blauem Anzug vor einem modernen Firmengebäude mit dem Schriftzug „protecting people“.
Skirennläufer mit Helm, Skibrille und Schutzhandschuhen jubelt im Zielbereich eines alpinen Skiwettbewerbs.

Dieses Bewusstsein lebt auch in der Rainer Winter Stiftung weiter, die seit 1980 kranke und benachteiligte Kinder unterstützt. Nach dem Tod von Rainer Winter übernahm Gabriele Grau im Jahr 2025 den Vorsitz der Stiftung. Mit frischen Ideen, Innovationskraft und dem festen Versprechen protecting people startet uvex nun voller Tatendrang in die nächsten 100 Jahre.

Gruppenfoto von Kindern mit Fahrradhelmen und mehreren Erwachsenen bei einer Spendenübergabe im Eingangsbereich eines Unternehmens mit uvex Branding.
Modernes Bürogebäude der uvex group mit verglastem Eingangsbereich und Unternehmenslogo an der Fassade.

Lust auf noch mehr Details?

 

In unserer interaktiven digitalen Chronik findest du alle historischen Meilensteine, exklusive Interviews und die komplette uvex Markengeschichte zum Durchblättern!

hier geht es direkt zur digitalen chronik

Ina Breitenberger

Praktikantin Corporate Branding & Marketing

Unternehmen
Unternehmen Geschäftsführung Philosophie 100 Jahre uvex Geschichte Standorte Outlets & Shops Unternehmen im Überblick
Karriere
Karriere Ausbildung Studierende Berufseinsteiger Berufserfahrene Wir als Arbeitgeber Stellenangebote Cultural Fit Check FAQs Karriere im Überblick
Marken
Marken ALPINA Filtral Heckel HexArmor Hiplok laservision Primetta uvex safety uvex sports Marken im Überblick
Nachhaltigkeit Newsroom